Freitag, 29. Januar 2016

Malala Yousafzai: Nobel Peace Prize Speech

"My great hope is that this will be the last time we must fight for the education of our children.
Let us solve this once and for all."

https://www.youtube.com/watch?v=MOqIotJrFVM
http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates/2014/yousafzai-lecture_en.html 

Join her movement to see #TheLast at http://malala.org

Donnerstag, 28. Januar 2016

Wirklichkeit

Du entfernst Dich vollständig von der Wirklichkeit, wenn Du glaubst,
dass es einen berechtigten Grund gibt
zu leiden.

Byron Katie

http://rainbop.blogspot.de/2013/10/wer-warst-du-ohne-deine-geschichte.html

Dienstag, 26. Januar 2016

Women in Afghanistan

Dr. Bill Podlich: Afghanistan in 1967-68
http://www.pbase.com/qleap/best_afghan

Afghanistan 1972

Women in Afghanistan: the back story
https://www.amnesty.org.uk/womens-rights-afghanistan-history#.VqlTv-bEhf0

"In the last three decades, the country has been occupied by communist Soviet troops and US-led international forces, and in the years in between has been ruled by militant groups and the infamous oppressive Islamic Taliban."

Montag, 25. Januar 2016

Multicultureel Nederland

Bimbo's en Boerka's, tegenstellingen in multicultureel Nederland, 2007.
https://www.youtube.com/watch?v=ryYETmi9lNA  (EN/NL subtitles)

Comedian Hans Teeuwen is asked why he 'offends' people and whether that may or should be allowed. The immediate cause for this conversation was the song 'Het Vrije Woord' (Free Speech) he sang at the memorial service for film director Theo van Gogh who, because of his films criticising Islam, was killed in 2004 by the Muslim extremist Mohammed Bouyeri. In his song, Teeuwen made a sexual allusion to the Meiden van Halal ('Girls of Halal'; three Muslim girls of Moroccan origin who discuss current multicultural issues in the Netherlands), who subsequently invited him to their programme to justify his remarks. Later on, this performance of Hans Teeuwen won the "Television Moment of the Year 2007" award.

Sonntag, 24. Januar 2016

14. Februar: One Billion Rising

Jede 3. Frau weltweit war bereits Opfer von Gewalt, wurde geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt.

Jede 3. Frau, das sind eine Milliarde Frauen (one billion), denen Gewalt angetan wird … ein unfassbares Gräuel.

Am 14. Februar lädt der V-Day eine Milliarde Frauen dazu ein, raus zu gehen, zu tanzen und sich zu erheben, um das Ende dieser Gewalt zu fordern. Eine Milliarde Frauen – und Männer – überall auf der Welt. Wir zeigen der Welt unsere kollektive Stärke und unsere globale Solidarität über alle Grenzen hinweg. Zeig auch Du der Welt am 14. Februar, wie EINE MILLIARDE aussieht. Am 14. Februar sieht sie aus wie eine REVOLUTION. Macht alle mit!

Eine Milliarde (one billion) tanzender Frauen. Das ist eine Revolution!

ONE BILLION RISING … ist ein globaler Streik, eine Einladung zum Tanz als Ausdruck unserer Kraft, ein Akt weltweiter Solidarität, eine weltweite Demonstration der Gemeinsamkeit.

ONE BILLION RISING…das bedeutet, ins öffentliche und ins individuelle Bewusstsein zu rufen, womit Frauen sich tagtäglich auseinandersetzen müssen.

ONE BILLION RISING…zeigt, wie viele wir sind, die sich weigern, Gewalt gegen Mädchen und Frauen als unabänderliche Tatsache hinzunehmen.

http://www.onebillionrising.de/ 

WDR: Tanzen gegen Gewalt an Frauen - One Billion Rising 2014
https://www.youtube.com/watch?v=cvtB2xDCdDU

YouTube Playlist
https://www.youtube.com/playlist?list=PLN-ZVQ9Hc8I7iuLw3jIq4JBq9mgE70vRN




Samstag, 23. Januar 2016

Angefasst

"Seit der Kölner Silvesternacht diskutieren wir vor allem über die möglichen Täter. Doch wie leben Opfer sexueller Übergriffe mit den Folgen? Unsere Autorin, selbst betroffen, hat mehr als ein Jahr lang Tagebuch geführt. Sie möchte anonym bleiben."

Weiter lesen: http://www.zeit.de/2016/04/sexuelle-gewalt-opfer-missbrauch-bewaeltigung

Freitag, 22. Januar 2016

WenDo: Weg der Frauen

"Ich kann, ich darf und ich werde in Zukunft jederzeit gut für mich selbst sorgen."
... sagte eine Teilnehmerin nach dem Kurs.
http://www.wendo.info/

Bündnis autonomer Frauenprojekte gegen Gewalt an Frauen und Mädchen in Köln
http://www.lila-in-koeln.de/

LauteLuisen - WenDo Selbstbehauptung und Selbstverteidigung von Frauen für Mädchen und Frauen in Aachen, Köln, Leverkusen und im Rheinisch-Bergischen Kreis
http://www.lauteluisen.de/

Volkshochschule Köln: WenDo
https://vhs-koeln.de/Suche?cmxelementid=web4e15b88472a73&s=wendo&mf_objekt=Veranstaltung

Selbstbehauptung und Selbstverteidigung
http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf-dezernat1/gleichstellung/5.pdf

Donnerstag, 21. Januar 2016

Kaiserslautern im Bombenhagel

Das Schicksalsjahr 1944
  • Die Zeit vor dem Krieg (pdf)
  • Die Zeit nach Kriegsbeginn (pdf)
  • Der Angriff am 7. Januar 1944 (pdf)
  • Der Angriff am 14. August 1944 (pdf)
  • Der Angriff am 28. September 1944 (pdf)
  • Weitere Angriffe bis Kriegsende (pdf)

Wikipedia: Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg
https://de.wikipedia.org/wiki/Luftkrieg_im_Zweiten_Weltkrieg

Mittwoch, 20. Januar 2016

Stephen Wiltshire - Die lebende Kamera

September Films/The Biography Channel, 2008
https://vimeo.com/76051555

Bei Stephen Wiltshire (* 24. April 1974 in London), auch genannt "die lebende Kamera", wurde im Alter von drei Jahren Autismus diagnostiziert. Im Alter von vier Jahren wurde Stephen an die Queensmill School in London geschickt, wo durch Zufall seine Leidenschaft für das Zeichnen entdeckt wurde. Seine Zeichnungen dienten ihm als Ventil zur Entlastung von angestauten inneren Spannungen, die sich bis dahin meist in unkontrollierter und unartikulierter Weise Bahn brachen, verbesserten in ungeahnter Weise seine Fähigkeit zur Kommunikation mit anderen Menschen und wurden für ihn zu einem begehbaren "Weg in die Welt der anderen".

Das Lehrpersonal der Schule und betreuende Psychologen förderten seine Begabung. Mit ihrer Hilfe lernte Wiltshire im Alter von neun Jahren auch das Sprechen. Im Alter von zehn Jahren erstellte Wiltshire eine Serie von Zeichnungen, genannt London Alphabet, eine Reihe von Londoner Sehenswürdigkeiten, jeweils eine Zeichnung pro Buchstabe. Heute ist Wiltshire ein berühmter Künstler. Seine Fähigkeit ermöglicht es ihm, Objekte zu betrachten und dabei sehr genaue und detailreiche Bilder von ihnen in sein Gedächtnis aufzunehmen und sie dann später präzise anhand dieser Erinnerungen zu Papier zu bringen. Auf diese Weise zeichnete er bereits komplette Stadtansichten von London, New York, Rom, Hongkong, Frankfurt am Main und anderen Städten, zum Teil nach nur einem kurzen Hubschrauber-Rundflug.

Seine Leidenschaft linderte darüberhinaus seine autistischen Symptome enorm und ließ Stephen nach Aussage seiner Verwandten und langjährigen Freunde regelrecht aufblühen. Wiltshires Schaffen ist Bestandteil mehrerer TV-Dokumentationen, der Neurologe Oliver Sacks widmete ihm außerdem ein Kapitel in seinem Buch Eine Anthropologin auf dem Mars ("An Anthropologist On Mars"). Ebenso finden seine Zeichnungen, Gemälde und Drucke international höchste Wertschätzung. Im Jahr 2007 wurde Stephen in Anerkennung seiner Leistungen durch Königin Elisabeth II. zum Member of the Order of the British Empire (MBE) ernannt.

Diese Dokumentation befasst sich mit seinem Leben und seinen Werken. Sie zeigt außerdem die Unternehmung des Künstlers, nach einem nur 15 Minuten langen Hubschrauberflug über London in nur fünf Tagen aus dem Gedächtnis ein vier Meter großes Vollpanorama der Londoner City inklusive des Umlandes in außerordentlich hoher Detailschärfe zu zeichnen.

http://www.stephenwiltshire.co.uk/

Dienstag, 19. Januar 2016

The Tiger Lillies - Thousand Violins

The Tiger Lillies - Thousand Violins
https://www.youtube.com/watch?v=aLjNkyo2E08

I’m calling out but no one will be hearing
I’m laughing but I cannot be heard
I’m crying but no one will be drying
These tears that fall

Montag, 18. Januar 2016

Frauen, Farbige, Behinderte


... und andere Minderheiten...

Auf der Erde gibt es ungefähr genauso viele Menschen mit biologisch weiblichem wie männlichem Geschlecht. Menschen mit farbiger Hautfarbe sind weltweit in der Mehrheit. Und was ist eigentlich eine Behinderung? In den letzten Tagen habe ich mehrere Blog-Beiträge geschrieben, die sich um das Thema vermeintliche Minderheit versus vermeintliche Mehrheit drehen.

Wenn ein Raum bereits von einer Meinung dominiert wird, kann es sich schwierig anfühlen, sich mit einer anderen Meinung zu behaupten. Das kann ein Grund sein, Twitter und Facebook zu meiden. Auf diese Weise bleibt die vermeintliche Mehrheit zumindest scheinbar in der Mehrheit.
Sexismus und meine eigene Burka (1/7)

In einer Situation, in der Frauen gegenüber Männern in der Minderheit sind, gibt es für die Anwesenden verschiedene Handlungsoptionen.
Männlichkeit und Stärke (2/7)

Viele Frauen fühlen sich in der Verantwortung für Beruf, Familie und oft auch Haushalt. Viele Männer sehen oft nur den Beruf. Frauen auf Entscheidungsebene sind oft in der Minderheit.
Frauen und Kinder (3/7)

All die Ängste, die ich rund um das Thema „Flüchtlinge“ habe, sind Ängste, dass ich in der Minderheit sein könnte.
Krieg und Frieden (4/7)

Es kann an eine Provokation grenzen, wenn Menschen nicht mehr länger Feinde sein wollen. Sie stellen das Weltbild der Mehrheit in Frage.
Kommunikation (5/7)

Wenn wir uns selbst in der unterlegenen Position sehen, nehmen wir dadurch uns selbst und manchmal auch den uns Nahestehenden den Mut, für sich selbst einzustehen.
Rassismus und Sexismus (6/7)

Wenn die Eingeborenen ihre eigene Stärke kennen und es ihnen gelingt, ihre Kultur zu bewahren, so können sie mit ihrer Kultur für alle Zugezogenen einen wahren Schatz bieten, ohne ihn zu verlieren.
Die Eingeborenen (7/7)


Wie können wir in unsere Kraft zurückfinden?

Wir können unsere Gedanken hinterfragen. Bin ich tatsächlich in der Minderheit - bei was auch immer?
Lieben, was ist

Wir können unsere Konzepte von Stärke hinterfragen. Bin ich tatsächlich schwach?
Angst und Macht


Eivør - Trøllabundin
https://www.youtube.com/watch?v=LpiFmZLICgM

We Will Rock You (feat. Britney Spears, Beyonce, Pink & Enrique Iglesias)
https://www.youtube.com/watch?v=W7jkygJ_QNo

Bild: 2011-05 in Waldbröl 

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Samstag, 16. Januar 2016

Die Vertreibung aus dem Paradies


Mein Denken über meinen Körper

Zitat Anfang

Als Sündenfall bezeichnet die christliche Theologie ein symbolisches Ereignis, das in der Bibel (Gen 3 EU) als der Verzehr der verbotenen Frucht des Baums der Erkenntnis (eigentlich Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen) durch das erste Menschenpaar (Adam und Eva) beschrieben wird. Sie deutet dies zugleich als die Unheilsgeschichte der Menschheit begründende Ursünde (lat. peccatum originale originans). Die damit begründete Unheilsgeschichte wird in analoger Verwendung des Sündenbegriffs Erbsünde (lat. peccatum originale originatum) genannt, insofern jeder Mensch als Nachkomme Adams in diese Geschichte „hineingeboren“ und damit in seiner eigenen Freiheitsgeschichte vorbelastet ist.

Zitat Ende
https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCndenfall

Es gibt ein Bild von Angela Merkel in jungen Jahren, auf dem sie am Strand nackt mit zwei weiteren Frauen zu sehen ist. Das Bild zeigt sie in entspannter Urlaubsatmosphäre. Wer schon mal hüllenlos im Wasser geschwommen ist, weiß um das befreiende Gefühl.

Zitat Anfang

Die FKK-Bewegung kommt zwar nicht aus der DDR, fand aber dort ihre größte Anhängerschaft. Bis heute verteidigen die Ostdeutschen ihr Recht auf Nacktbadestrände.

Der Kampf der Nackten

Der Schock kam 1989, nach der Wende. Nicht für die "gelernten DDR-Bürger", sondern für ihre neuen Brüder und Schwestern aus dem Westen, die den Osten erkundeten. An der Küste konnten sie vor lauter Nacktbadenden ihren gewohnten Textilstrand nicht finden. FKK im Westen, das gab es eigentlich nur in der Sauna, an den Stränden herrschte "Ordnung". So kam es zum großen Streit. Und die Ostdeutschen, die im Vereinigungsprozess so manche Anmaßung des Westens über sich hatten ergehen lassen, muckten auf, verteidigten ihr Recht auf Nacktbadestrände gegen westdeutsche Prüderie. Und siegten am Ende, wenn auch mit Einschränkungen. Nacktbaden blieb durchgehend an der Küste in Mecklenburg-Vorpommern üblich, auch wenn die Strandabschnitte dafür kleiner geworden sind und extra ausgewiesen sein müssen. Die meisten sind zudem außerhalb der Ortslagen.

Zitat Ende
http://www.mdr.de/damals/archiv/artikel88288.html

Gerhard Schröder saß mit Wladimir Putin in der Sauna. Auch in der Sauna ist die Entspannung ohne Hüllen am größten. Von den beiden Männern habe ich noch kein Nackt-Foto gesehen. Wie wäre es wohl, wenn ein solches Foto öffentlich verfügbar wäre?

In der täglich voranschreitenden Zerstörung der Ökosysteme unserer Erde sehe ich auch ein gestörtes Verhältnis zu unserem eigenen Körper.

Die Indianer, die in Brasilien verzweifelt versucht haben, den Staudamm von Belo Monte zu verhindern, haben nach und nach angefangen, westliche Kleidung zu tragen. Sie ziehen Schuhe an und verlieren den Kontakt zum Boden. Inzwischen sind sie aus ihrem Paradies vertrieben worden.
http://rainbop.blogspot.de/2015/11/carl-von-siemens-stau-im-amazonas.html

Lasst uns mit all dem geballten Wissen und den Kommunikationsmöglichkeiten, die uns heute zur Verfügung stehen, zurück ins Paradies auf Erden finden!


Sonne, Erde, Wasser: Drei ausgewählte Beispiele

Ibrahim Abouleish: Sekem Mit der Kraft der Sonne
http://rainbop.blogspot.de/2010/09/denkmal-film.html

Friedensreich Hundertwasser: SCHEISSKULTUR - DIE HEILIGE SCHEISSE
http://rainbop.blogspot.de/2015/11/scheisskultur-die-heilige-scheisse.html

Sepp Holzer: WASSER IST LEBEN - Die Wasserretentionslandschaft von Tamera
http://rainbop.blogspot.de/2015/11/wasser-ist-leben-die.html


Bäume und Samen: Drei ausgewählte Beispiele

Wangari Maathai: the Green Belt Movement
http://rainbop.blogspot.de/2009/02/wangari-maathai.html

Julia Butterfly Hill: Saving California Redwood trees
http://rainbop.blogspot.de/2010/09/julia-butterfly-hill.html
http://rainbop.blogspot.de/2010/10/take-action.html

Vandana Shiva: Seeds of Truth
http://rainbop.blogspot.com/2016/01/vandana-shiva-von-saatgut-und.html


Energiewende

Wenn ich mich um die Gesundheit meines Körpers und Geistes bemühe, kommt meine persönliche Energiewende ganz von selbst. Aktuell stehe ich morgens ohne Wecker auf und habe sehr viel Kraft. Und das gleiche Potential sehe ich auch für die große Energiewende. Intakte Ökosystem können uns reichlich Energie zurückgeben. Lasst uns um die Gesundheit der Erde bemühen, indem wir bei uns selbst anfangen und reichlich von den Bäumen der Erkenntnis ernten.
https://utopia.de/0/gruppen/erneuerbare-energien-203

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Tryo - Toi et moi
https://www.youtube.com/watch?v=tRSBse5oFug

Bild: 2014-09 in Sieben Linden 

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Vandana Shiva: Seeds of Truth

Viele indische Bauern stehen vor dem Ruin, weil ihnen die 2002 erstmals zugelassene BT-Baumwolle, eine gentechnisch veränderte Baumwolle von Monsanto, eine katastrophale Ernte beschert hatte. Die Hoffnung auf höhere Erträge und weniger Chemieeinsatz verführte die Bauern, das vier Mal so teure Gen-Saatgut zu kaufen. Doch die erwartete Superernte blieb aus. Krankheiten und vermehrter Schädlingsbefall zwangen die Bauern zu noch mehr Einsatz von teuren Chemikalien und trieben die Bankschulden in die Höhe. Der einzige Ausweg aus dieser Schuldenfalle ist für viele Bauern der Selbstmord. In ganz Indien waren das in den letzten Jahren über 2000 Bauern.

Die promovierte Teilchenphysikerin, Autorin und Kämpferin für die Umwelt -- Vandana Shiva -- engagiert sich seit mehr als 20 Jahren für das Lebensrecht indischer Kleinbauern und die Erhaltung der Artenvielfalt. „Monsanto -- raus aus Indien" ist die Kampfansage von Vandana Shiva an die internationalen Agrochemiekonzerne.

YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=zbvFMRnpb24
Webseite: http://www.denkmalfilm.tv/index.php?p...
DVD: http://shop.denkmalfilm.tv/main_bigwa...
Download / Stream: http://www.onlinefilm.org/de_DE/film/...

Vandana Shiva im Interview: http://rainbop.blogspot.com/2009/09/kritik-konsumwahn.html
Homepage: http://vandanashiva.com/

Neue Märchen braucht das Land!


Rotkäppchen und der Wolf

Der Wolf geht zur Großmutter und was passiert dann?

Mein Bruder und seine Frau haben ihren Kindern lange Zeit zum Einschlafen jeden Abend Geschichten vorgelesen. Wenn ich in den Zeiten der Märchenstunde zu Besuch war, habe ich das meistens übernommen. Eines Tages habe ich die Geschichte von Rotkäppchen vorgelesen. Am nächsten Tag sah ich, dass meine kleine Nichte ihre Kuscheltiere hinter Sofakissen versteckte. Als ich sie fragte, warum sie das tue, antwortete sie, dass sie die Tiere vor dem bösen Wolf verstecken würde. Meine große Nichte war auch dabei. Als ich beide fragte, was wir denn sonst noch machen könnten, schlug meine große Nichte vor, den Wolf mit Fleisch abzulenken. Zu dem Zeitpunkt unterließ ich es, darauf hinzuweisen, dass Fleisch von toten Tieren stammt und ihre Kuscheltiere ja auch Tiere seien.

Die Geschichten in unseren Köpfen prägen unser Verhalten. In den Märchen wird eine Dualität von Gut und Böse aufgebaut. Das vermeintlich Böse wird oft getötet.

Was wissen wir über Wölfe?
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/

In dem Video sind es interessanterweise Frauen, die die Tiere erforschen und sich über ihre Spuren freuen.
https://www.youtube.com/watch?v=PHUq1HF4MQ0

How Wolves Change Rivers
https://www.youtube.com/watch?v=ysa5OBhXz-Q

Hans Traxler: "Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174168.html

P.S. Neue Märchen braucht das Land! Kannst Du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

Zazie - Toc Toc Toc
https://www.youtube.com/watch?v=2UlcU7utO80

Bild: 2015-08 in Sieben Linden 

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Freitag, 15. Januar 2016

Ich habe einen Traum

Mit Mut und Stärke zur Freiheit 
Am 28. August 1963 hält Martin Luther King Jr. seine Rede "I Have A Dream"
https://www.youtube.com/watch?v=I47Y6VHc3Ms
http://usa.usembassy.de/etexts/soc/traum.htm

Am 20. Januar 2009 wird Barack Hussein Obama II der 44. Präsident der USA. Er ist der erste Afroamerikaner, der dieses Amt bekleidet.

Irgendwann befreit sich eine schwarze Frau aus den gedanklichen Fesseln des Rassismus.
https://www.youtube.com/watch?v=pBQ8SPlDOVo

Im Januar 2016 stelle ich mir zwei Fragen:
Habe ich den Mut, meine Angst zu erkennen?
Habe ich die Stärke, meine Freiheit zu leben?

Paul de Munnik - Vandaag ben ik gaan Lopen
http://rainbop.blogspot.de/2012/03/paul-de-munnik-vandaag-ben-ik-gaan.html

Bild: 2011-08 in Gollau 

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Angst und Macht


Über die Philosophie des Aikido

In den Kommentaren tauchte jetzt mehrmals das Stichwort „Macht“ auf. Das Streben nach Macht ist in der Regel verbunden mit dem Wunsch, Situationen kontrollieren zu wollen. Wenn ich denke, dass ich die Kontrolle über eine Situation verliere, kann das Angst machen. Interessanterweise steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Kontrolle über die Situation verliere, wenn ich in Angst bin.

Niederländisch: Lucia Rijker onder boze jongeren
http://rainbop.blogspot.de/2009/06/lucia-rijker-onder-boze-jongeren.html

Das Gesetz des Stärkeren?

Wenn ich denke, dass ich klein bin und mich nicht wehren kann, mache ich mich gedanklich zum Opfer. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich dann auch tatsächlich zum Opfer werde, ist groß.

Wenn ich denke, dass ich groß bin und mindestens genauso stark wie mein Gegenüber, gehe ich vielleicht in den Kampf. Dann wird darum gerungen, wer zum Opfer wird.

Wenn ich denke, dass ich groß bin und mental mindestens genauso stark wie mein Gegenüber, kann ich auch einfach stehen bleiben. Dann sage ich: „Hier ist mein Platz. Das sind meine Werte. Dafür stehe ich ein.“ Wenn mein Gegenüber dann beschließt, mich anzugreifen, kann ich genau beobachten, wo die Schwachstellen im Angriff sind und sie dafür nutzen, meinen Platz zu behalten. Das lerne ich gerade im Aikido. Bereits in der allerersten Stunde konnte ich mit dem allerersten Griff einen Mann, der rein körperlich größer und stärker war als ich, ohne (!) Kraftaufwand auf den Boden legen. Das war sehr beeindruckend und grenzte schon fast an Magie.

Laut einem Infoheft des Aikido Dojo Köln (aikido-koeln.de) war die Philosophie des Meisters Morihei Ueshiba geprägt von dem Gedanken, dass jedes Individuum des Mikrokosmos in Abhängigkeit und Harmonie mit dem Ganzen steht.

Im Aikido ist „Do“ der zentrale Gedanke jeder Übung und bedeutet „Weg“. Do meint weniger eine Fertigkeit zu erlernen. Vielmehr geht es darum, das im Menschen liegende Potential zu erweitern. So kann er zu seiner Sinnbestimmung wachsen und sein Leben in Bewusstheit und Erkenntnis erfüllen. Im Japanischen bedeutet „Ai“ im Aikido Harmonie/Liebe. Der Leitgedanke und das regierende Prinzip im Aikido ist die harmonische Einheit von gegensätzlichen Kräften, die es auszugleichen gilt und aufeinander abzustimmen. Dadurch wird die natürliche Ordnung wieder hergestellt, die beispielsweise durch eine nicht friedvolle Absicht gestört ist.

Das technische Prinzip beruht auf dem Grundsatz des Eintretens und des Ausweichens. Dabei darf das Ausweichen nicht als Nachgeben oder sich der Handlung entziehen verstanden werden. Der Ausführende vermeidet lediglich im Augenblick eine übereilte Reaktion und bewahrt sich so die Möglichkeit, frei zu entscheiden und zu handeln. Dieser äußeren Bewegung liegt eine innere Dynamik der Atmung, des Geistes und der Energie, dem „ki“ im Aikido zugrunde. Dabei wird „ki“ im fernöstlichen Sinne als eine universelle (Lebens-) Energie verstanden, die alles Leben durchdringt, belebt und mit der Atmung in engem Zusammenhang steht.

Nicholas Pettas ist ein großer, kräftiger und erfahrener Karatekämpfer. In dem Video greift er einen Aikido Meister an, der rein äußerlich kleiner und schmächtiger erscheint. Pettas hat keine Chance und landet auf dem Boden.
https://www.youtube.com/watch?v=GEggq9gyxv0

Wenn mich jemand im offenen Raum angreift, kann ich mit der Energie des Angriffs gehen. Ich kann in meiner Mitte bleiben und die Energie zurückgeben. Ich kann meinem Platz behalten, ohne Widerstand zu leisten. In der Ruhe liegt die Kraft. Ich kann erkennen, dass es mir nichts bringt, Macht über jemanden anders erlangen und halten zu wollen. Im Zweifelsfall wird die Person, die ich klein zu halten versuche, aufbegehren.

Katie Melua - Spider's web
http://www.youtube.com/watch?v=tK2z1G20_9U

Bild: 2008-10 in Wudang Shan, China 

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Donnerstag, 14. Januar 2016

Als ich mich selbst zu lieben begann

Text von Charlie Chaplin

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.


Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man „REIFE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Charlie Chaplin
an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

Susan Boyle - I Dreamed a Dream (April 2009)
http://rainbop.blogspot.de/2012/04/i-dreamed-dream.html

Susan Boyle - Duet with Elaine Paige (December 2009)
https://www.youtube.com/watch?v=9o8PgJPUjfo

Bild: 2015-08 in Sieben Linden 

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Lieben, was ist


Wie kann ich lieben, was passiert?

+++ Aktualisierung am 19.03.2016 +++

Seit dem 04.02.2016 hat der ursprüngliche Text SPAM angezogen. Die Autoren: riasmelo, kurnismila, ciput, kcoengmalek, abal_abal...

Jetzt nehme ich den Text erst mal raus.
Ich wollte ihn eh überarbeiten...

Also: Kann ich lieben, was ist?
https://utopia.de/0/gruppen/empathie-lernen-empathie-479/diskussion/byron-katie-the-work-207147

Celina Bostic - Religion (official video)
https://www.youtube.com/watch?v=cNFYffx3egQ

Bild: 2016-01 in Köln 

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Mittwoch, 13. Januar 2016

Wo die Angst ist, ist der Weg

Mein Beitrag 

Gestern tauchte eine Antwort auf meine Frage auf, wie es weitergehen und was mein Beitrag sein kann. Das Konzept ist da. Sämtliche Interessen und Fähigkeiten von mir kommen zum Einsatz. Mein ganzer Körper hat reagiert. Meine Beine wurden schwach und wollten mich nicht mehr tragen.
Ich musste mich hinlegen. Das Herz pochte schnell.
Ich brauche jetzt Stille und Ruhe.

Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Pflanzen sind Lehrmeister.

Für eine Blüte
braucht es

einen keimfähigen Samen
mit der Information, wie die Blüte aussehen soll,

Erde mit Nährstoffen,
Wasser,
Sonne,
Luft

- jeweils in der richtigen Dosis, zum richtigen Zeitpunkt -

Raum und Zeit.

Ich habe einige Ängste identifizieren können, denen ich mich jetzt stellen will. Ich werde die Gedanken hinterfragen, die diese Ängste auslösen. Durch die Überprüfung der Gedanken kann eine körperlich spürbare Wahlfreiheit der Gedanken entstehen. Mit dieser neugewonnen Freiheit kann ich meinen Beitrag leisten. Meinen Beitrag für die Welt, wie ich sie mir wünsche und erträume.

Mit der ganzen Kraft, die mir zur Verfügung steht.

The Rose
http://rainbop.blogspot.de/2012/02/rose.html

Bild: 2010-05 in Waldbröl 

Kommentare (10) 

Dienstag, 12. Januar 2016

Die Eingeborenen (7/7)


„Sie sind nicht von hier, oder?“

Das sagte kürzlich ein Mann im kölschen SingSang in meinem Veedel zu mir. Ja, ich bin auch eine Immigrantin. Denn ich bin nicht in Köln geboren, sondern nur zugezogen. Da hat man dann den Immi-Status. Als ich vor mehr als 10 Jahren in Köln wohnhaft wurde, habe ich mich erst mal mit dem hiesigen Grundgesetz vertraut gemacht:
http://www.koelsch-woerterbuch.de/das-koelsche-grundgesetz

Dann habe ich mir die Musik der Eingeborenen angehört. Die Texte habe ich fleißig gelernt und so singe ich mit, auch wenn ich keine Eingeborene bin:

Karl Berbuer - Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien (1948)
https://www.youtube.com/watch?v=24zmxUw6dcQ

Ja, die Eingeborenen.

Die Eröffnungs-Zeremonie der Olympischen Spiele in Sydney 2000 sehe ich mit gemischten Gefühlen... https://www.youtube.com/watch?v=l2TZ8cw-e24

Es gibt da dieses kleine, blonde, weiße Mädchen, das vor den dunkelhäutigen Menschen her läuft. Später darf es bei der Zeremonie staunend zuschauen. Ich weiß nicht, wie die Inszenierung der Zeremonie im Vorfeld abgestimmt wurde.

Die weiße US-amerikanische Buch-Autorin Marlo Morgan hat mit dem Buch Traumfänger einen Bestseller geschrieben, mit dem sie gutes Geld verdient. In dem Buch behauptet sie, dass sie eine Zeitlang mit den Aborigines gelebt hätte und jetzt von ihren Erfahrungen erzählen würde. Das Buch ist kein Sachbuch sondern ein Roman. Ich hatte das Buch 2004 gelesen. Es hat mir so gut gefallen, dass ich begann, nach der Autorin zu suchen. Ich stieß auf kontroverse Stimmen. Es gibt ein paar Ungereimtheiten in dem Buch, die die Vermutung nahe legen, dass die Autorin noch nie in Australien gewesen ist, geschweige den Kontakt zu Aborigines gehabt hat. Erst nachdem sich auch die Aborigines selbst gegen das Buch gewehrt haben, gibt die Autorin auf einer, erst später nicht ganz freiwillig eingefügten Seite zu, dass „dieses Buch frei erfunden“ ist. In der spirituellen Szene wird eigener Hokuspus gerne mal als „uraltes überliefertes Wissen“ der Naturvölker verkauft. Da vermisse ich den Respekt.

Ja, wir können sicherlich viel lernen von den Menschen, die heute noch in Subsistenzwirtschaft leben. Wenn wir wirklich lernen wollen, sollten wir ihnen in erster Linie zuhören und nicht unsere eigenen Phantasien auf sie projizieren. So gibt es heutzutage auch Aborigines, die mit Studienabschluss verantwortungsvolle Aufgaben in der westlich geprägten Gesellschaft übernehmen. Und es gibt Aborigines, die noch nach alten Traditionen leben und dort verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. Es gilt auch hier zu differenzieren.

Wie steht es nun um die Kultur der Eingeborenen von Köln?
Wie steht es um den Karneval?

Also: Ein "Bützje" bleibt unverbindlich, verpflichtet zu nichts und wird daher auch an viele verteilt.
http://www.koelner-karneval.info/Buetzje.htm

Und so schließt sich hier der Kreis zu meinem ersten Beitrag. Seitdem ich in Köln lebe, habe ich den Karneval kennen und lieben gelernt. Er ist sehr facettenreich und unglaublich wandlungsfähig. Überall schaut der Schalk* ums Eck. Es ist einfach, schnell ins Gespräch zu kommen, zu lachen und einfach eine unglaublich gute Zeit miteinander zu verbringen. Und wenn im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Bützje ein leidenschaftlicher Kuss wird, dann ist das ok. Es gilt, aufeinander zu achten und die persönliche Grenze des Gegenübers zu respektieren. Ein Bützje mit geschlossenen Lippen geht immer. Alles darüber hinaus ist Verhandlungssache auf Augenhöhe.

Afghanisch (Dari/Persisch): Das erste Mal Karneval
http://www1.wdr.de/themen/politik/wdrforyou/deutsch/karneval1776.html

Genug geschrieben. Jetzt lasst uns tanzen!

KASALLA - ALLE JLÄSER HUH
https://www.youtube.com/watch?v=-S2QB1emWZo

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* Ich sehe gerade, dass der Schalk ja eine extrem interessante Etymologie hat...
https://de.wikipedia.org/wiki/Schalk

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Alle Beiträge zu Silvester 2015/2016:
Sexismus und meine eigene Burka (1/7)
Männlichkeit und Stärke (2/7)
Frauen und Kinder (3/7)
Krieg und Frieden (4/7)
Kommunikation (5/7)
Rassismus und Sexismus (6/7)
Die Eingeborenen (7/7)

Bild: 2014-03 in Köln 

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Rassismus und Sexismus (6/7)

Was ist unsere Identität?

Eine Frau überwindet den Rassismus:
https://www.youtube.com/watch?v=pBQ8SPlDOVo

Ich habe das Video bereits unzählige Male gesehen. Diese schwarze Frau ist so stark. Und ich liebe sie aus ganzem Herzen! Sie traut sich, vor einem überwiegend weißen Publikum und vor laufender Kamera in die Abgründe ihrer eigenen Seele zu schauen. Es sind diese Abgründe, die uns alle als Menschen verbinden. Lasst uns in diese Abgründe schauen und wir verlieren alle die Rasse, das Geschlecht, unsere Identität, die Geschichte, die wir bisher über uns erzählt haben. Und wir können erkennen, dass wir wählen können, welche Geschichte wir uns über uns erzählen wollen.

In jeder Gedankenwelt sind grundsätzlich alle Samen vorhanden und somit auch ein rassistischer Same. Jetzt gilt es, diesen Anteil zu erkennen und zu beobachten, welche Gefühle eine gedankliche Barriere zwischen mir und der anderen Person auslöst. Wenn ich mit geschlossenen Augen vor einem Menschen stehe, ist da erst mal keine Trennung. Erst die Geschichte, die ich mir über diesen Menschen erzähle, baut die Trennung auf. Lasst uns von den Blinden lernen! Denn sie sind oft die wahrhaft Sehenden unter uns! Ihr Gehör und ihr Tastsinn ist geschärft. Und sie sind die Mutigen! Sie können nur dann ein glückliches Leben führen, wenn sie lernen, zu vertrauen. Sie sind existentiell darauf angewiesen, dass die Menschen um sie herum, ihre Behinderung nicht ausnutzen.

Das, was gerade in den Sozialen Netzwerken abläuft, sehe ich als eine brandgefährliche Mischung aus Rassismus und Sexismus.

Wohlgemerkt: Meine virtuelle Burka will ich noch nicht ablegen, weil ich im Moment Angst habe vor den Kommentaren und möglichen weiteren Reaktionen der Männer, die meinen, „unsere Nation“ und „unsere Frauen“ schützen zu müssen und sich gerade in Stimmung schreiben.

#koelnhbf
#koelnbhf
#koeln
#cologne
#silvester
#einearmlaenge
#aufschrei
#ausnahmslos

Das, was ich dort lese, ist nicht das Land, in dem ich leben möchte. Nein. Und nochmals Nein!

Und ich habe aktuell auch Angst vor Männern, die mich als Frau und meine Kultur nicht respektieren.

Liebe Frauen, liebe Männer, lasst uns für ein Leben in gegenseitigem Respekt eintreten! Ob auf der Straße oder im Internet! Und ich hoffe, dass mir niemand die virtuelle Burka wegreißt, bevor ich mich stark genug dazu fühle, sie eigenhändig abzulegen.

Es gibt viele Männer, die uns eine reale oder virtuelle Burka anziehen wollen. Und diese Männer haben alle Hautfarben, die wir uns nur vorstellen können. Und ja, es gibt auch Frauen, die anderen Frauen eine Burka anziehen wollen. Ich selbst habe mich bei dem Gedanken ertappt, dass die Frau, die da besoffen und leicht bekleidet Neujahr morgens um 4 Uhr in der U-Bahn saß, doch dumm sei und es provozieren würde, wenn Männer sich komisch verhielten. Erst nachdem ich diesen Satz hinterfragt habe, wurde mir klar, dass das nicht stimmt! Diese Frau macht einfach nur das, was all die Männer sich frei herausnehmen: Sie hat über ihren Durst getrunken und dann war ihr einfach alles egal. Wenn ein Mann aus sexueller Begierde die eine Armlänge Abstand nicht halten kann, trägt der Mann die volle Verantwortung für sein Handeln! Der Mann macht den Übergriff. Und das muss klar sein.

Ach ja, und während ich so schreibe, fällt mir ein weiteres Beispiel ein. Ich habe für eine gewisse Zeit in Aachen an einem Institut gearbeitet. Mein Chef war ein deutscher, blonder, blauäugiger, verheirateter Familienvater. Ich kannte ihn bereits aus dem politischen Umfeld. Ich fand ihn sympathisch. Und nicht mehr. Genau dieser Mann meinte, mir eines Tages über den Nacken streicheln zu müssen, als er mir am Computer etwas erklärte. Er drückte seine Beine an meine. Ich bin erschrocken und ausgewichen. Ob er es noch mal versucht hat, weiß ich nicht mehr. Wir haben nicht darüber gesprochen und ich erzähle diese Geschichte heute zum ersten Mal. Bisher habe ich geschwiegen. „Da ist doch nichts passiert.“ war der Gedanke. Und doch ist da etwas passiert. Er hat eine Grenze überschritten und die Situation ausgenutzt. Wenn ein Chef eine Mitarbeiterin anfasst, ohne dass sie das in irgendeiner Weise will, dann ist das ein sexueller Übergriff. Punkt.

Und ja, ich hatte auch Begegnungen mit schwarzen Männern, die es mal versuchten, obwohl ich von meiner Seite aus kein Interesse hatte.

Die erste Begegnung, an die ich mich erinnere, war ein Sprachaustausch in Montpellier. Wir wohnten in einem Studentenwohnheim. Es gab einen schwarzen Studenten, der mich ansprach und mich zu einem Kaffee einlud. Ich lehnte ab. Dieser Mann sagte dann zu mir: „Belle mais bête.“ Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen: Ich bin doch nett! Und ich bin doch nicht rassistisch! Also ging ich schließlich doch auf seine Einladung ein. Er machte einen sehr leckeren Kaffee und er setzte sich mir gegenüber. Beim Erzählen setzte er seine Hände zur Untermalung ein und berührte mit ihnen immer wieder wie zufällig meine Beine. Es wurde mir unangenehm. Er sagte, dass ich jetzt wohl Angst hätte, dass er aufstehen und die Tür verschließen könnte. Da sagte ich ihm, dass ich zum Mittagessen verabredet sei. Ich stand auf und ging. Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt: Gehe auf keine Einladung ein, nur um nett zu sein! Gehe nur dann auf eine Einladung ein, wenn Du Vertrauen hast.

Es gab ähnliche Begegnungen mit Männern verschiedener Hautfarbe. Sexismus ist grenzenlos. Und definitiv nicht auf einzelne Kulturen beschränkt. Das Gleiche gilt wohl auch für Rassismus.

Bob Marley - Redemption Song
http://rainbop.blogspot.de/2010/01/emancipate-yourselves-from-mental.html

Georges Moustaki - le metéque
http://rainbop.blogspot.de/2009/11/georges-moustaki.html

En Vogue - Free Your Mind
http://rainbop.blogspot.de/2016/02/en-vogue-free-your-mind.html

Prince Ea - I Am NOT Black, You are NOT White.
https://www.youtube.com/watch?v=q0qD2K2RWkc

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Montag, 11. Januar 2016

Silvester in Köln: Utopia

In meinem Blog auf Utopia habe ich heute fünf Beiträge eingestellt, in denen ich mich mit unserer Gesellschaft auseinandersetze. Ich versuche damit, die Werte herauszuarbeiten, die mir wichtig sind, und für die ich in meinem Leben einstehen möchte:

Sexismus und meine eigene Burka (1/5)
Warum ich meinen Blog jetzt öffentlich schalte.

Männlichkeit und Stärke (2/5)
Was ist Stärke?

Frauen und Kinder (3/5)
Wie steht es um die Gleichberechtigung von Frau und Mann?

Krieg und Frieden (4/5)
Und jetzt komme ich zu den Flüchtlingen.

Kommunikation (5/5)
Zwei Videos, die (fast) ohne Worte sehr viel sagen.

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Nachtrag 18.01.2016
Inzwischen sind noch ein paar weitere Beiträge dazu gekommen.

Kommunikation (5/7)

Videos, die (fast) ohne Worte sehr viel sagen. 
Wir haben das Internet.
Wir haben Übersetzungsprogramme.
Wir haben digitale Bilder und Filme.

Lasst uns die Technik nutzen, um uns ineinander zu erkennen.

Die verkürzte Aussage #einearmlaenge von Henriette Reker ging innerhalb kürzester Zeit rund um die Welt. Die Kommentare sind in verschiedenen Sprachen geschrieben...
https://www.youtube.com/watch?v=unrVhQnxf10

Six couples of jews and arabs - male and female, gay and straight - have decided to do the "forbidden deed" and express love infront of our camera. These jews and arabs refuse to be enemies. https://www.youtube.com/watch?v=N8DMGaeDXE4

Wir sind Menschen auf einem Planeten.
Einem Ort voller Lebensfreude.

Es gibt die kleinen Zeichen einfach überall: Insekten, Spinnen und Vögel kommen auf den Balkon, seitdem wir dort Pflanzen mit Erde und Wasser versorgen. Der Löwenzahn wächst aus dem brüchigen Asphalt.

Ich sehe sie.
Die Chance in der Krise.
https://www.utopia.de/blog/unterwegs/chinesisch-lernen-lektion-1

Ein Gespräch ohne Worte. Santiago's Dream.
https://www.youtube.com/watch?v=TG5F4rt2Ol4

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Die Eingeborenen (7/7)

Bild: 2015-07 in Köln 

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Krieg und Frieden (4/7)


Und jetzt komme ich zu den Geflüchteten.

Was sind Geflüchtete?

Das sind Geflüchtete: http://www1.wdr.de/fernsehen/dokumentation_reportage/menschen-hautnah/sendungen/lesbos-helfer-der-gestrandeten-100.html

Menschen, die ihre nackte Haut retten und das, was sie am Körper tragen. Oft ist es nicht mehr. Auf dem Weg verlieren sie nicht nur ihre Habseligkeiten, sondern auch Familienangehörige, ihre Eltern, ihre Geschwister, ihre Kinder. Erschossen, erschlagen, ertrunken. Es ist Krieg in ihrem Heimatland. Auf der Flucht lauern weitere Gefahren.

Waffenexporte, Kampfeinsätze und Friedensgespräche

Viele Länder exportieren Waffen in die Heimatländer der Geflüchteten und verdienen daran. Diese Waffen werden nicht ins Museum gestellt. Diese Waffen werden eingesetzt, um Menschen zu töten oder schwer zu verletzen. Wohnungen werden zerstört. Die Infrastruktur bricht zusammen. Und das in Ländern, in denen die Vegetation nicht (mehr) viel hergibt. Wäre es nicht an der Zeit, jegliche Waffenexporte zu unterlassen? Und ist es nicht auch an der Zeit, jegliche Kampfeinsätze der Bundeswehr zu hinterfragen? Wie groß ist die Bereitschaft der NATO-Länder zu Friedensgesprächen? Vielleicht auch gerade (!) angesichts der Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris.

Konsum und Nachhaltigkeit

Wir können uns alle an die eigene Nase fassen: Wir importieren viele Güter, deren Beschaffung die Zustände in den Herkunftsländern verschlechtern. Und sei es Tee aus Teeplantagen, für die Bäume und Wälder abgeholzt werden, woraufhin der Grundwasserspiegel sinkt und die Flüsse austrocknen. Die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai schreibt davon in ihrer sehr lesenswerten Autobiographie „Afrika, mein Leben“. Hinzu kommen Ressourcen wie Bauxit, Coltan, Erdöl. Alles wird importiert. Die Beschaffung hat teilweise katastrophale Folgen für die Herkunftsländer. Das Swiss Institute for Peace and Energy Research stellt unter der Leitung von Dr. Daniele Ganser* einen Zusammenhang her zwischen unserer Nachfrage nach Ressourcen und den Kriegen in den Herkunftsländern:
http://www.siper.ch/de/institut/medienarbeit/buecher/europa-im-erdoelrausch.html

Individualität und Gemeinschaft

Neben diesen Schritten spüre ich gleichzeitig das Bedürfnis, den Menschen in dem Video zu helfen. Ich selbst habe mich noch nicht getraut, in eine Unterkunft für Geflüchtete zu gehen. Ich habe verschiedene Ängste: Da ist die Angst, dass ich alleine mehreren Männern gegenüber stehe, die ihre Sexualität nicht beherrschen können oder wollen. Da ist die Angst, dass ich in Arbeit versinke. Helfen, helfen und es ist immer noch zu wenig. Da ist die Angst, im Leid der anderen zu ertrinken, das Elend nicht mehr auszuhalten und in die tiefste Depression meines Lebens zu stürzen. Und da ist auch die Angst, dass ich mich fremd im eigenen Land fühle, weil ich meine Sprache nicht mehr höre und die Kulturgrenzen unüberwindlich erscheinen.

Public Enemy hat mit einem Lied meinen Geschmack getroffen. Der doppeldeutige Titel "Mine Again" hat Sprengkraft im wahrsten Sinne des Wortes...
https://www.youtube.com/watch?v=f933Cw56plM

Was ich hier und jetzt sofort leisten kann: Ich kann mich um einen nachhaltigeren Lebensstil bemühen und darüber reden. Natürlich reicht das nicht.
Vielleicht ist es ein Anfang.

Und ich suche.

Ich suche meinen Weg, wie ich dazu beitragen kann, ohne Gewalt zum Frieden zu finden. Wir leben alle auf dieser einen Welt. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Die Natur schenkt uns alles, was wir brauchen. Jetzt ist es an uns, dass wir gemeinsam unsere Wirklichkeit erschaffen, die wir uns wünschen. Wir können aufhören, Wälder abzuholzen und Gewässer zu vergiften. Stattdessen können wir Wüsten begrünen und Pflanzen und Tiere zurückholen. Ja, das geht. Dafür gibt es reale Praxis-Beispiele. Wir müssen es nur wirklich wollen. Und dazu gehört, dass wir über unsere Ängste sprechen. Dass wir uns ineinander erkennen. Und dass wir verstehen, dass unsere Konzepte in unseren Köpfen zu den Kriegen führen. Wir kreieren unsere Kriege aufgrund von Glaubenssätzen, die wir nicht hinterfragen. Auch die Silvesternacht, die wie ein Terroranschlag der anderen Art wirkt. Man nehme Frustration, Machtlosigkeitsgefühle und ein paar hetzerische Thesen. Fertig ist der Sprengstoff. Und dann reicht ein kleiner Funken.

Für was stehen dabei die Menschen, die die extreme Linke bzw. die extreme Rechte vertreten? Sie gehen beide auf die Polizisten los, die eh keine Chance mehr haben, ihre Überstunden "abzufeiern." Nach Feiern wird denen wahrscheinlich nicht zu Mute sein. Wahrscheinlich sind sie eher reif für eine Burn-Out-Therapie. Wie halten die Menschen in Uniform das aus? Bei mäßiger Bezahlung und Überstunden stehen sie zwischen den Fronten und werden von allen Seiten beschimpft und teilweise vorsätzlich verletzt. Von Kriminellen werden sie verspottet. Das ist brutal!
https://twitter.com/chefreporterNRW/status/685852325106348032
https://twitter.com/chefreporterNRW/status/685833851952836608

Und jetzt wird es spannend. Ich spüre, dass ich ein Interesse bekomme, mit radikal eingestellten Menschen zu reden. Mit rechts, mit links, mit Terroristen jeglicher Couleur. Ich möchte fragen, wer oder was sie ärgert, verwirrt oder enttäuscht. Und dann möchte ich einladen, in die Überprüfung zu gehen...
https://utopia.de/0/gruppen/empathie-lernen-empathie-479/diskussion/byron-katie-the-work-207147

Im Moment sehe ich mich dazu noch nicht in der Lage. Ich werde es erst dann probieren, wenn ich mit dieser Methode in mir selbst die Klarheit gefunden habe, die es mir erlaubt, mit reiner Neugier und ohne Hintergedanken auf die Personen zuzugehen. Mit der Methode habe ich bereits die Mörderin in mir gefunden. Jetzt gehe ich auf die Suche nach der Terroristin, der Rassistin und der Sexistin. Wenn ich sie gefunden habe, kann ich vielleicht den Frieden finden und den Widerstand aufgeben. Solange ich verleugne und verteidige, befinde ich mich im Krieg. Und dann kann ich auch nicht den Frieden im Außen finden.

Das ist Arbeit.
Ich bleibe dran.

Please call me by my true names / Nenne mich bei meinen wahren Namen
https://utopia.de/0/blog/unterwegs/nenne-mich-bei-meinem-wahren-namen

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* 11.11.2016 Meine aktuelle Meinung zu Daniele Ganser:
Ganser scheint eher ein Kriegsforscher zu sein und kein Friedensforscher. Auf seinem Twitter-Account verlinkt er unkommentiert zu Seiten, von denen ich mich ausdrücklich distanziere, weswegen ich jetzt auch nicht mehr zu ihm verlinken werde.
https://www.utopia.de/gruppen/politik-gesellschaft-93/diskussion/reaktionen-auf-den-tod-von-osama-bin1-211853?page=8#comment-325382

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Bild: 2013-07 in Sieben Linden 

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Frauen und Kinder (3/7)


Wie steht es um die Gleichberechtigung von Frau und Mann? 
Hier in diesem Land kann ich als Frau eine sehr gute Bildung genießen. Ich kann verschiedene Berufe wählen und ich kann als Frau zu der Gestaltung der Gesellschaft beitragen. Aktiv. Und ja, auch mein Körper hat einen Kinderwunsch. Warum ich bisher noch keine Kinder habe? Das hat verschiedene Gründe. Ein Grund ist wohl auch die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Aktuell darf sich eine Frau mit Kinderwunsch in der Regel zwischen Kind und beruflicher und damit auch finanzieller Unabhängigkeit entscheiden. Ein Mann wird weiterhin nur selten gefragt, wie er seine Karriere und seine drei Kinder unter einen Hut bringt. Eine Frau hingegen schon.

Und so trifft diese Karikatur in gewisse Weise zu: https://pbs.twimg.com/media/CYS_PyqUwAAWDws.png
Diese Karikatur empfinde ich als originell und hetzerisch. Gleichzeitig.

Hier wird das Thema etwas auführlicher dargestellt:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2379014/%22Die-Anstalt%22-vom-28-April-2015

In dieser Sendung wird auch der Bechdeltest erwähnt. Der Test offenbart mit drei einfachen Fragen, ob ein Film Frauen ernst nimmt.

Die Fragen:
1. Kommen in dem Film mindestens zwei Frauen vor und haben sie einen Namen?
2. Sprechen die Frauen miteinander?
3. Reden die Frauen miteinander über etwas anderes als Männer?

Es lohnt sich, die Liste einmal anzuschauen: http://bechdeltest.com/ (Zehn graphische Auswertungen)

Ex-Bundeskanzler Schröder hockte mit Putin in der Sauna und machte dort Politik. Firmenausflüge enden im Bordell. Männer unterhalten sich über Filme, die den Bechdeltest nicht bestehen. Ja, auch das ist die noch immer sehr männlich geprägte Politik- und Geschäftswelt, in der Frauen eben vielleicht nicht so einfach mitspielen können und wollen. Es gibt sie schon vereinzelt. Die Männer, die dieses Problem erkennen und die Sicht der Frauen nachvollziehen können. Diese Männer gilt es zu stärken und zu unterstützen!

Erschwerend hinzu kommt, dass viele Männer sich in Frauen verlieben, die jünger sind als sie. Und viele Frauen suchen sich Männer, die älter sind. Und dann haben wir den Arzt, der sich in die adrette Arzthelferin verliebt und heiratet. Wie viele Ärztinnen verlieben sich in den feschen Arzthelfer und sind auch bereit, ihn zu heiraten? Und damit ist vorprogrammiert, wer sich um die Kinder kümmert, weil der Mann ja mehr verdient. Spätestens das Ehegattensplitting macht der Gleichberechtigung dann den Garaus. Und die Frau geht auf Teilzeit, kümmert sich um die Kinder und tritt in den Hintergrund.

Ja, Männer können keine Kinder bekommen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum viele Männer die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch nicht zu ihrem eigenen Thema machen. Jeder Mensch kann nur aus den eigenen Augen schauen. Es braucht hier starke Männer, die bereit sind, den Bedarf und die Vorteile zu erkennen, für eine bessere Vereinbarkeit einzutreten und sich selbst auch in der Verantwortung zu sehen. Und es braucht starke Frauen, die bereit sind, sich unter Männern zu behaupten.

Alleine dafür danke ich als Bürgerin von Köln Henriette Reker, Hannelore Kraft und Angela Merkel! Sie gehen nach vorne und stehen ihre Frau. Sie haben Mut und stellen sich den Angriffen. Henriette Reker sogar im wahrsten Sinne des Wortes! Sie stehen oft noch alleine zwischen Männern, als bunte Farbtupfer zwischen dunklen Anzügen. Alle drei Frauen haben keine* Kinder.

* Korrektur 25.01.2017: Hannelore Kraft hat einen Sohn.

Alicia Keys - Superwoman
https://www.youtube.com/watch?v=hcYQeBGQyGU&list=PLN-ZVQ9Hc8I6Sxm2QM_7oR5d8MFuazOe1

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Die Eingeborenen (7/7)

Bild: 2013-07 in Sieben Linden

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Männlichkeit und Stärke (2/7)


Was ist Stärke? 
Vier Mädchen spielen mit einem Jungen. Der Junge hat Spaß. Ich spiele mal mit anderen Szenarien...

a) Eine Frau ist alleine unter vier Männern. Sie interessieren sich für sie. Die Frau hat kein Interesse und will eine Armlänge Abstand halten. Die Männer fallen dennoch über die Frau her und machen mit ihr das, was sie sich nicht trauen würden, wenn sie alleine vier Frauen begegnen würden.

b) Ein Mann interessiert sich für eine Frau. Wenn sie "Nein" sagt und eine Armlänge Abstand halten will, lässt er sie in Ruhe.

c) Eine Frau ist alleine unter vier Männern. Sie interessieren sich für sie. Wenn sie "Nein" sagt und eine Armlänge Abstand halten will, lassen alle sie in Ruhe.

d) Eine Frau ist alleine unter vier Männern. Sie interessieren sich für sie. Die Frau hat kein Interesse und will eine Armlänge Abstand halten. Drei Männer fassen sie dennoch an. Der vierte Mann greift ein und hilft der Frau, so dass die drei Männer wieder auf Abstand gehen. Er erwartet nicht, dass die Frau ihn jetzt sozusagen als Gegenleistung näher kommen lässt. Er wahrt weiterhin den Abstand, den die Frau wünscht.

Wenn Ihr mich fragt, fällt mir die Antwort leicht: Der Mann in b) ist stark! Die Männer in c) sind stark und Vorbilder! Der Mann in d) ist stark, Vorbild und der männlichste von allen.

Es gab Männer, die mir beim Tanzen zugeschaut und beim Abschied gesagt haben, dass ich schön getanzt hätte. Gleichzeitig haben sie die Distanz gewahrt. Ja, das ist Stärke! Das ist eine starke Kultur! Danke an diese Männer! Danke, dass sie mir das Gefühl von Sicherheit geben und ich in meine eigene Stärke kommen kann!

Herbert Grönemeyer - Männer
https://www.youtube.com/watch?v=H-a5aXOaQK4

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Bild: 2013-07 in Sieben Linden 

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Sexismus und meine eigene Burka (1/7)


Warum ich meinen Blog jetzt öffentlich schalte.

Was in der Silvesternacht in verschiedenen Städten in Europa passiert ist, wühlt mich auf. Ich lese, was Menschen schreiben. Ich höre, was Menschen sagen. Und ich sehe, was Menschen machen. Es arbeitet in mir. Ich kann nicht schlafen. Im nächsten Moment spüre ich eine neue Kraft. Und es wird klar: Ich will einstehen für meine Werte.

Ich will einstehen für Werte, die Frauen und Männer sich hart erarbeitet haben.

Am Samstag war ich tanzen. Ich bin alleine als Frau zu der Veranstaltung gegangen. Es waren viele Männer da. Mit verschiedenen Haut- und Haar- und Augenfarben. Die Nationalitäten kenne ich nicht und sie spielten auch keine Rolle. Normalerweise sind die Frauen in der Mehrzahl. Dieses Mal war das Verhältnis fast ausgewogen. Vielleicht, weil manch eine Frau lieber zuhause geblieben ist.

Ich konnte ausgelassen tanzen. Ich fühlte mich die ganze Zeit sicher. Wenn ich Männer um Abstand bat, hielten sie ihn ein. Wenn ich mit einem Mann in gegenseitigem Einvernehmen den Abstand von einer Armlänge unterschritten habe, wurde keine Grenze überschritten. Mir wurde kein Kuss aufgedrängt, ich wurde nicht betatscht. Wir haben miteinander getanzt und wir haben uns berührt. Achtsam. Genießend. Und ich bin gegangen, ohne dass ich hätte Angst haben müssen. Mir ist kein Mann ungefragt gefolgt. Und ich war einfach nur glücklich. Aufgetankt. Voller Energie.

Ja, das ist möglich! Mitten in Köln. Nach dieser unsäglichen Silvesternacht. Und das ist eine Errungenschaft, die weltweit definitiv nicht selbstverständlich ist. Das ist mir jetzt noch einmal richtig bewusst geworden.

Jetzt arbeite ich daran, meine virtuelle Burka abzulegen. Mein erster Schritt ist, meinen Blog hier auf Utopia öffentlich zu schalten. Ab sofort braucht man sich nicht mehr einloggen, um meine Blog-Beiträge lesen zu können. Ob ich es schaffe, in die volle Sichtbarkeit zu gehen, weiß ich noch nicht. Einmal habe ich schlechte Erfahrungen mit einem Mann gemacht, die ich noch nicht ganz überwunden habe. Er hatte meine Adresse mit Hilfe meines Klarnamens recherchiert und stand eines Nachts überraschend vor meiner Wohnungstür, als ich nach Hause kam. Details erzähle ich auf Nachfrage.

Vielleicht habe ich im Moment auch noch Angst vor solchen Nachrichten im Postfach: "schade das sie nicht eine der frauen von köln in der silvesternacht waren, vielleicht hätte Ihnen das mal die augen geöffnet." Dunja Hayali hat diese private Nachricht von einem Mann namens David Riesberger erhalten und öffentlich geantwortet:
https://de-de.facebook.com/DunjaHayali/posts/933252126729288

Ich will mit den Menschen reden. Viele Beiträge, die Mitglieder der Gemeinschaft von Utopia geschrieben haben, haben schon einiges bewirkt: Viele haben begonnen, ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen und auch zu ändern. Das macht Hoffnung.

Ich wünsche mir aus ganzem Herzen Frieden.
Ich möchte einen Beitrag leisten.
Ich fange bei mir an.

Das Musik- und Tanzvideo zum Bild: Chancha Via Circuito - Pachamama
https://www.youtube.com/watch?v=-sr-_LV6dG0&list=PLN-ZVQ9Hc8I6Sxm2QM_7oR5d8MFuazOe1
http://rainbop.blogspot.de/2015/09/pachamama.html

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Alle Beiträge zu Silvester 2015/2016:
Sexismus und meine eigene Burka (1/7)
Männlichkeit und Stärke (2/7)
Frauen und Kinder (3/7)
Krieg und Frieden (4/7)
Kommunikation (5/7)
Rassismus und Sexismus (6/7)
Die Eingeborenen (7/7)

Bild: Screenshot aus dem Video 

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Sonntag, 10. Januar 2016

Lesbos - Helfer der Gestrandeten

Es sind Momente, die sich einbrennen: Frauen, Männer und Kinder torkeln auf den Strand, sinken völlig erschöpft zu Boden. Ein Junge, der eigentlich zu "groß" zum Weinen ist, heult hemmungslos.

http://www1.wdr.de/fernsehen/dokumentation_reportage/menschen-hautnah/sendungen/lesbos-helfer-der-gestrandeten-100.html

Samstag, 9. Januar 2016

Silvester in Köln: Verwundbarkeit

Dunja Hayali hat am 5. Januar um 23:15 einen Post bei Facebook veröffentlicht:
https://de-de.facebook.com/DunjaHayali/posts/933252126729288

"schade das sie nicht eine der frauen von köln in der silvesternacht waren, vielleicht hätte Ihnen das mal die augen geöffnet."

Freitag, 8. Januar 2016

Silvester in Köln: Der Versuch einer Differenzierung

Was ist passiert?
  • Angriffe auf die sexuelle Selbstbestimmung:
    Gewalt von Männern gegen Frauen - hier: viele gegen einzelne
  • Angriffe auf persönliches Eigentum:
    Raubüberfälle - hier: viele gegen eine/n
  • Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit:
    Einsatz von Silvesterböllern und -raketen, Glasflaschen, Faustschläge, Tritte
  • Enthemmung:
    Missbrauch von Alkohol und anderen Drogen
  • Fremde Sprache:
    Absprachen in einer fremden Sprache, die ich nicht verstehe
    Verständigung in den Sprachen, die ich spreche, ist erschwert oder nicht möglich

Donnerstag, 7. Januar 2016

Aikido

Angesichts der Ereignisse Silvester am Hauptbahnhof in Köln empfinde ich Stress beim Lesen eines Satzes in einem Text von Byron Katie:

Verteidigung ist der erste Schritt zum Krieg.

Im Moment sehe ich eher die Umkehrung:

Verteidigung ist der erste Schritt zum Frieden.

- Bei einem körperlichen Angriff, kann ich mich so verteidigen, dass ich die Kraft und Energie der angreifenden Person(en) nutze, um sie kampfunfähig zu machen. Dann können wir reden.
- Ich kann mir meiner Identität bewusst werden und Klarheit über meine Werte erlangen.
- Ich stelle mich dem Angriff und bleibe standhaft.
- Ich halte meine eigene Balance.

Ich habe einen Vorsatz für das neue Jahr: Ich will die Kunst des Aikido lernen!
https://www.youtube.com/watch?v=GEggq9gyxv0

Auf der Seite eines Dojo in Köln steht:

Aikido
eine japanische Selbstverteidigung
als ein Weg der Auseinandersetzung
mit sich selbst.

Mittwoch, 6. Januar 2016

Hilal Sezgin: Ich bin es leid

Die Ereignisse in Köln werfen erneut die Frage auf, wie man Frauen vor sexuellen Angriffen schützen kann. Aber was bitte hat das mit Asylpolitik und Schengen zu tun?

http://www.zeit.de/kultur/2016-01/koeln-sexuelle-uebergriffe-sexismus

Dienstag, 5. Januar 2016

Frauen, die mit Frauen sprechen

Abziehbild oder eigenständige Person? Der Bechdel-Test offenbart mit drei einfachen Fragen, ob ein Film Frauen ernst nimmt. Vier schwedische Kinos weisen nun aus, welche Filme den Test bestanden haben - darunter finden sich auch einige Überraschungen.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/bechdel-test-in-schwedischen-kinos-frauen-die-mit-frauen-sprechen-1.1813032
https://de.wikipedia.org/wiki/Bechdel-Test
http://bechdeltest.com/

Zitiert in "Die Anstalt" vom 28. April 2015
http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2379014/%22Die-Anstalt%22-vom-28-April-2015
http://www.zdf.de/die-anstalt/fakten-im-check-der-anstalt-38274012.html